Polen stärkt seit Jahren seine Position als einer der dynamischsten Technologiemärkte in Mittel- und Osteuropa. Hochqualifizierte Ingenieure, eine fortschrittliche digitale Infrastruktur und eine strategisch günstige Lage in Europa schaffen Rahmenbedingungen, die weiterhin ausländische Investoren aus dem Bereich der neuen Technologien anziehen.
Im November 2025 veröffentlichte das Ministerium für digitale Angelegenheiten in Polen eine aktualisierte Fassung der „Strategie zur Entwicklung künstlicher Intelligenz in Polen bis 2030“ – ein Dokument, das den Rahmen für technologiegetriebene Geschäftstätigkeiten in Polen neu definiert und eine Reihe praktischer Möglichkeiten für Unternehmen schafft, die eine Expansion auf den polnischen Markt planen.
Für einen ausländischen Unternehmer ist eine Frage besonders wichtig: Behandelt das Land, in dem er investieren möchte, künstliche Intelligenz als wirtschaftliche Priorität, die durch konkrete Maßnahmen unterstützt wird? Im Falle Polens lautet die Antwort ja – und dies lässt sich messen.
Die fünf Säulen der polnischen KI-Politik – was bedeuten sie für die Wirtschaft?
Polens KI-Politik basiert auf fünf strategischen Zielen. Jedes davon hat spezifische Auswirkungen auf das Geschäftsumfeld in Polen.
Ziel 1: Ein koordiniertes KI-Ökosystem
Es wird erwartet, dass die den Unternehmen zur Verfügung stehende IT-Leistung durch das PLGrid-Netzwerk von 3 auf 40 Exaflops steigen wird. Der Zugang soll über ein System von IT-Gutscheinen erfolgen, das auf eine vereinfachte und relativ schnelle Nutzung ausgelegt ist.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
- Zugang zu Rechenressourcen, die bisher hauptsächlich den größten Technologiekonzernen zur Verfügung standen
- Die Möglichkeit, eigene KI-Modelle zu trainieren, ohne in eine eigene Infrastruktur investieren zu müssen
- Rechenleistungszuschüsse für kleine und mittlere Unternehmen, einschließlich ausländischer Unternehmen, die in Polen tätig sind
Ziel 2: Eine Gesellschaft mit fortgeschrittenen KI-Kompetenzen
Ein wachsender Pool an Fachkräften ist eines der stärksten Argumente für die Ansiedlung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Polen.
Bis 2030 strebt Polen Folgendes an:
- Eine Steigerung der Absolventen in KI-bezogenen Fachbereichen um 80 %
- Eine Steigerung der abgeschlossenen Promotionen im Bereich KI um 50 %
- Mindestens 10 Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme für Beschäftigte aus verschiedenen Branchen
- 30 % der polnischen Bevölkerung mit fortgeschrittenen KI-Kompetenzen
Ziel 3: Ein effizienter Staat
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist nicht nur eine Erleichterung für die Bürger. Für in Polen tätige Unternehmen bedeutet sie auch die konkrete Aussicht auf schnellere und besser vorhersehbare Verwaltungsverfahren.
Bis 2030 sieht der Plan Folgendes vor:
- 80 % der öffentlichen Einrichtungen nutzen KI-Tools
- Einen KI-basierten virtuellen Assistenten in der mObywatel-App
- Pilotimplementierungen des PLLuM-Modells in mehr als 1.000 öffentlichen Ämtern
- Digitalisierung von Gesetzgebungsprozessen und Regulierungsfolgenabschätzungen
Ziel 4: Polen als Herzstück des KI-Kontinents
Dieser Pfeiler richtet sich direkt an den privaten Sektor – und ist aus Sicht ausländischer Investoren am relevantesten.
Zu den messbaren Zielen für 2030 gehören:
- 34 % der polnischen KMU nutzen KI-Tools in Geschäftsprozessen
- Eine Steigerung des Wertes von Venture-Capital- und Private-Equity-Investitionen in KI um 50 %
- Mindestens 50 Unternehmen pro Jahr testen Lösungen in regulatorischen Sandboxes
- Mindestens 1 % des BIP wird von Unternehmen erwirtschaftet, die KI-Lösungen entwickeln
Ziel 5: Vertrauenswürdige KI
Polen baut ein KI-Ökosystem auf, das mit den europäischen Werten im Einklang steht. Dies ist besonders wichtig für Unternehmen, die nachweisen müssen, dass ihre Lösungen den Anforderungen europäischer Geschäftspartner und Regulierungsbehörden entsprechen.
Zu den Schwerpunktbereichen gehören:
- Der Schutz personenbezogener Daten im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem EU-Gesetz über künstliche Intelligenz (AI Act)
- Transparenz von Algorithmen und Entscheidungsprozessen
- KI-Tools, die für Menschen mit Behinderungen und digital ausgegrenzte Gruppen zugänglich sind
- Ein öffentliches Tool zur Bekämpfung von KI-generierter Desinformation
KI-Strategie 2030 · Strategischer Rahmen
Vier Säulen, die Polens KI-Wirtschaft prägen
01
KI-Ökosystem
40×
Steigerung der Rechenleistung — von 3 auf 40 Exaflops über das PLGrid-Netzwerk
02
Gesellschaft mit KI-Kompetenzen
80%
bis 2030 angestrebte Steigerung der Absolventen in KI-bezogenen Fachbereichen
03
Hub für KI-Investitionen
50%
bis 2030 angestrebtes Wachstum der VC/PE-Investitionen in KI-Unternehmen — primäre Anlaufstelle für Investoren
04
Vertrauenswürdige KI
EU-KONFORMDSGVO- + EU AI Act-Konformität im nationalen Rahmen verankert
Säule 3 ist die primäre Anlaufstelle für ausländische Investoren. Verbindliche Ziele: 34 % der polnischen KMU nutzen bis 2030 KI, 50 Unternehmen pro Jahr in regulatorischen Sandboxes, mindestens 1 % des BIP durch KI-orientierte Unternehmen.
IT-Infrastruktur – die Grundlage des polnischen KI-Ökosystems
Unternehmen, die in den polnischen Markt eintreten, erhalten Zugang zu Rechenressourcen, die in dieser Größenordnung in der CEE-Region bisher nicht verfügbar waren.
Netzwerk von KI-Fabriken in Polen
| Standort | Name | Umfang |
| Posen | PIAST AI Factory (PCSS) | Regionales Computerzentrum |
| Krakau | GAIA AI Factory (CYFRONET AGH) | Unterstützung für Wissenschaft und Wirtschaft |
| Ostseeraum | Baltic AI GigaFactory (in Entwicklung) | Supercomputing-Infrastruktur auf europäischem Niveau |
Das PLGrid-Netzwerk bündelt Supercomputing-Ressourcen aus sechs Zentren: Krakau, Warschau, Posen, Breslau, Danzig und Otwock. Die PIAST AI Factory in Posen und die GAIA AI Factory in Krakau sollen eng mit der finnischen LUMI AI Factory zusammenarbeiten und so ein verteiltes europäisches Computing-Ökosystem schaffen.
Die geplante Baltic AI GigaFactory, die gemeinsam mit den baltischen Staaten entwickelt wird, könnte Polen in Bezug auf die Computing-Leistung für KI auf globaler Ebene positionieren und gleichzeitig einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber Westeuropa bewahren.
KI-Regulierungs-Sandboxes – eine sichere Umgebung für Innovation
Für ausländische Unternehmen, die die Implementierung innovativer KI-Lösungen in Polen in Betracht ziehen, könnten Regulierungs-Sandboxes zu einem der wichtigsten Instrumente zur Verringerung des regulatorischen Risikos werden.
Was ist eine regulatorische Sandbox?
Eine regulatorische Sandbox ist eine kontrollierte Testumgebung, in der innovative KI-Systeme vor der vollständigen Markteinführung entwickelt, trainiert, getestet und validiert werden können. Sie kann in physischer, digitaler oder hybrider Form betrieben werden.
Wichtige Teilnahmebedingungen
- Freier Zugang für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen
- Mindestens drei branchenbezogene Sandboxen bis 2028
- Mindestens 50 Unternehmen pro Jahr, die Lösungen in einer kontrollierten Umgebung testen
- Verpflichtung Polens, Regulierungs-Sandboxen spätestens am 2. August 2026 einzurichten
- Mögliche Finanzierung von F&E-Aktivitäten aus nationalen und EU-Mitteln
Neues polnisches Gesetz über KI-Systeme – was ändert sich für Unternehmer in Polen?
Im Februar 2026 veröffentlichte das Ministerium für digitale Angelegenheiten in Polen eine neue Fassung des Gesetzentwurfs über künstliche Intelligenzsysteme. Das Dokument ist das Ergebnis umfassender öffentlicher Konsultationen und soll die nationale Umsetzung des EU-Gesetzes über künstliche Intelligenz (KI-Gesetz) unterstützen.
Kommission für die Entwicklung und Sicherheit künstlicher Intelligenz (KRiBSI)
Der Verordnungsentwurf sieht die Schaffung einer neuen unabhängigen Aufsichtsbehörde vor – eine wichtige Anlaufstelle für Unternehmen, die KI-Systeme in Polen implementieren.
Der Kommission sollen Vertreter folgender Stellen angehören:
- dem Präsidenten des Amtes für Wettbewerb und Verbraucherschutz (UOKiK) und der polnischen Finanzaufsichtsbehörde (KNF)
- der Staatlichen Arbeitsaufsichtsbehörde (PIP) und des Präsidenten des Amtes für elektronische Kommunikation (UKE)
- Experten aus den Bereichen Medizin und Recht, einschließlich des Amtes für die Registrierung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Biozidprodukten
Unabhängigkeitsgarantie: Der Vorsitzende wird vom Sejm mit Zustimmung des Senats für eine Amtszeit von fünf Jahren ernannt.
Was bedeuten die neuen polnischen KI-Vorschriften für Ihr Unternehmen?
| Instrument | Vorteile für Unternehmer |
| Einzelgutachten der Kommission für die Entwicklung und Sicherheit künstlicher Intelligenz (KRiBSI) | Größere Rechtssicherheit vor der Einführung eines KI-Systems |
| Mechanismus zur Strafmilderung | Geringere Strafen für Unternehmen, die Verstöße schnell beheben |
| Ferninspektionen als Standardverfahren | Minimale Beeinträchtigung des Tagesgeschäfts |
| Regulierungs-Sandboxes | Sicheres Testen von Innovationen ohne Sanktionsrisiko |
Strategische Sektoren – wo lohnt es sich zu investieren?
Polens KI-Strategie identifiziert sieben Schlüsselsektoren. Für jeden dieser Sektoren soll ein eigener sektoraler Umsetzungsplan entwickelt werden. Diese Dokumente sollen konkrete Anwendungsfälle für KI, Rahmenbedingungen für den Datenaustausch und Förderinstrumente definieren.
Energie
- Optimierung des Netzmanagements und Integration erneuerbarer Energiequellen
- Bedarfsprognosen und Energieeffizienz
- Übereinstimmung mit der europäischen „Apply AI“-Strategie
E-Commerce
- Ein starker und dynamisch wachsender Markt mit erheblichem Potenzial für KI in den Bereichen Angebotsanpassung und Nachfrageprognose
- Optimierung von Geschäftsprozessen und Kundenbeziehungsmanagement
Dual-Use-Produkte
- KI-Lösungen, die sowohl für zivile als auch für Verteidigungszwecke konzipiert sind
- Steigende Verteidigungsausgaben in Polen und der CEE-Region treiben die Nachfrage in diesem Segment an
Cybersicherheit
- Nachfrage nach KI-Lösungen für die Erkennung von Bedrohungen, Lageerfassung und den Schutz kritischer Infrastrukturen
- Polen baut derzeit aktiv das KI-Sicherheitsforschungszentrum bei NASK auf
BioMedTech
- Polen verfügt über eine fortschrittliche E-Health-Infrastruktur, einschließlich elektronischer Rezepte, des Internet-Patientenkontos und elektronischer Überweisungen
- Die Strategie geht davon aus, dass 70 % der erwachsenen Patienten von KI-Tools zur Analyse des Gesundheitszustands erfasst werden
- Polen entwickelt sich zu einem wachsenden Medizintechnikzentrum in Mittel- und Osteuropa
Finanzdienstleistungen
- Ein ausgereifter und hochgradig digitalisierter Bankensektor
- Potenzial für KI im Risikomanagement, bei der Betrugsaufdeckung und bei der Personalisierung von Dienstleistungen
Transport, Versand und Logistik
- Polen ist einer der größten Logistikknotenpunkte Europas
- KI kann die Streckenoptimierung, das Lieferkettenmanagement und die Transportplanung unterstützen
Polnische Sprachmodelle – souveräne KI für den europäischen Markt
Für ausländische Unternehmen, die die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das EU-Gesetz über künstliche Intelligenz (KI-Gesetz) und europäische Standards zur digitalen Souveränität einhalten müssen, können polnische Open-Source-Modelle einen einzigartigen Mehrwert bieten.
PLLuM – Polnisches großes Sprachmodell
- Entwickelt von polnischen Wissenschaftlern und seit 2025 öffentlich finanziert
- Entworfen unter Berücksichtigung des polnischen sprachlichen, kulturellen und regulatorischen Kontexts
- Geschützt vor der Generierung schädlicher Inhalte – ein entscheidender Faktor für den Einsatz in regulierten Sektoren
- Integriert in mObywatel und die Kommunalverwaltung, darunter Częstochowa, Łódź und Gdynia
Bielik – eine offene europäische Familie von KI-Modellen
- Läuft in 32 Sprachen unter der Apache 2.0-Lizenz
- Entwickelt von einer Gemeinschaft aus mehr als 4.000 Forschern, Entwicklern und Unternehmern
- Dient als Grundlage für europäische soziale und kommerzielle Projekte
Warum ist dies für Ihr Unternehmen von Bedeutung?
Beide Modelle bieten Zugang zu hochwertiger KI im Einklang mit den EU-Vorschriften, ohne dass eine Abhängigkeit von Anbietern außerhalb Europas besteht. Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen hinsichtlich Datenlokalisierung und technologischer Souveränität ist dies ein zunehmend wichtiges Argument für Investoren und Technologieunternehmen.
Finanzielle Unterstützung – spezifische Instrumente für KMU und Investoren
Die polnische KI-Politik sieht ein umfangreiches Fördersystem vor, das auch ausländischen Unternehmen zur Verfügung steht, die in Polen geschäftlich tätig sind.
Finanzierungslandschaft
Finanzielle Förderprogramme für KI-Unternehmen
Finanzielle Förderprogramme für Unternehmen
| Programm | Budget | Durchführende Einrichtung |
| SMART Pathway (FENG) | 1,3 Mrd. PLN | Nationales Zentrum für Forschung und Entwicklung (NCBR) |
| INFOSTRATEG | 500 Millionen PLN | Nationales Zentrum für Forschung und Entwicklung (NCBR) |
| STEP Priority 5 | 3,8 Milliarden PLN | Nationales Zentrum für Forschung und Entwicklung (NCBR) / Polnische Agentur für Unternehmensentwicklung (PARP) |
| KI-Implementierungen in Unternehmen und Institutionen | 200 Millionen PLN | EU-Mittel |
| PFR Deep Tech | 300 Mio. PLN öffentliche Mittel + mindestens 300 Mio. PLN private Mittel | PFR Ventures |
| KI-Fabriken, 2025–2026 | 60 Mio. PLN im Jahr 2025 + 162 Mio. PLN im Jahr 2026 | Staatshaushalt |
Schritt-für-Schritt-Leitfaden für KMU
- ai.gov.pl – zentrale Informationsquelle zum Thema KI für Unternehmen
- „Digital Starter Pack“ von PFR – Bewertung der technologischen Reife eines Unternehmens
- Computing-Gutschein – Zugang zur Rechenleistung von KI-FabrikenEuropäische digitale Innovationszentren (EDIHs) – technologische und regulatorische Beratung, kostenlos für KMU
- KI-Sandbox – Testen einer Lösung in einer sicheren Umgebung
- Implementierungsprogramme von PARP, PFR und BGK – Finanzierung für die vollständige Umsetzung
Arbeitsmarkt und Qualifikationen – warum Polen die richtige Wahl ist
Polen ist seit langem ein bevorzugter Standort für Technologiezentren ausländischer Unternehmen. Laufende systemische Initiativen sollen diesen Vorteil in den kommenden Jahren weiter stärken.
Wichtige Initiativen zur Förderung der KI-Kompetenzentwicklung
- IDEAS-Forschungsinstitut, gegründet 2025 – soll herausragende Wissenschaftler in Polen halten, Talente aus dem Ausland anziehen und Kooperationsnetzwerke mit der ELLIS Society, Adra und Elsa aufbauen
- Programm „Digital Student“ – Entwicklung von KI-Kompetenzen auf der Primar- und Sekundarstufe
- KI-Fabriken – Zentren, die Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung integrieren und eine schnellere Erprobung und Umsetzung von Innovationen ermöglichen
- AI Skills Academy, eine europäische Initiative – in Polen durchgeführte praktische Ausbildungsprogramme
Marktausblick: Bis 2035 wird der polnische Arbeitsmarkt voraussichtlich um etwa 2,1 Millionen Arbeitnehmer schrumpfen, was 12,6 % der Beschäftigung entspricht. Vor diesem Hintergrund ist die Prozessautomatisierung keine Bedrohung, sondern eine Notwendigkeit – und dies dürfte die Nachfrage nach KI-Lösungen bei polnischen Arbeitgebern ankurbeln.
Das KI-Gesetz in Polen – wie sollten sich Unternehmen vorbereiten?
Das EU-Gesetz über künstliche Intelligenz (KI-Gesetz) trat am 1. August 2024 in Kraft, wobei seine Verpflichtungen schrittweise über einen gestaffelten Umsetzungszeitraum angewendet werden. Der nationale Rahmen Polens zielt darauf ab, ein Umfeld zu schaffen, das Unternehmen bei der Einhaltung der Vorschriften unterstützt, anstatt sich ausschließlich auf Sanktionen zu konzentrieren.
Risikoklassifizierung von KI-Systemen – was gilt für Ihr Unternehmen?
Verbotene KI-Systeme
Diese Systeme unterliegen einem generellen Verbot, darunter:
- Systeme, die von Behörden zur sozialen Bewertung eingesetzt werden
- Unbewusste Manipulation
- Biometrische Identifizierung in Echtzeit im öffentlichen Raum, vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen
KI-Systeme mit hohem Risiko
Diese Systeme unterliegen detaillierten Anforderungen, darunter:
- Anwendungen im Gesundheitswesen, in der Justiz, in kritischen Infrastrukturen und anderen regulierten Bereichen
- Systeme zur Personalbeschaffung und Mitarbeiterbewertung
- Biometrische Systeme
- Systeme für das Straßenverkehrs- und Infrastrukturmanagement
KI-Systeme mit begrenztem Risiko
Diese Systeme unterliegen hauptsächlich Transparenzanforderungen, darunter:
- Chatbots und virtuelle Assistenten
- Deepfakes und synthetische Medieninhalte
KI-Systeme mit geringem Risiko
Diese Kategorie umfasst die meisten Standardanwendungen von KI in Unternehmen, die keine spezifischen regulatorischen Anforderungen auslösen.
Praktische Schritte für Unternehmen – Checkliste zur Einhaltung des KI-Gesetzes
- Klassifizieren Sie alle derzeit in Ihrem Unternehmen genutzten oder geplanten KI-Systeme
- Identifizieren Sie Systeme mit hohem Risiko und weisen Sie die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften zu
- Führen Sie Risikomanagementverfahren und technische Dokumentationen ein
- Besprechen Sie geplante Implementierungen gegebenenfalls mit der Kommission für die Entwicklung und Sicherheit künstlicher Intelligenz (KRiBSI)
- Erwägen Sie die Teilnahme an einer regulatorischen Sandbox für innovative Lösungen
- Bieten Sie Schulungen für Mitarbeiter an, die für KI-Systeme verantwortlich sind
Polen in KI-Rankings – das Ziel, zur Spitzengruppe Europas zu gehören
| Ranking | Aktuelle Position Polens | Ziel für 2030 |
| Tortoise Global AI Index | Platz 36 | Top 10–20 |
| Government AI Readiness Index, Oxford Insights | Platz 34 | Top 10–20 |
| Stanford HAI Global AI Vibrancy Tool | Platz 24 | Top 10–20 |
Um diese Ziele zu erreichen, sind kontinuierliche Investitionen erforderlich, doch die Richtung ist klar vorgegeben. Für ausländische Investoren könnte die Aussicht, dass Polen bis zum Ende des Jahrzehnts zu den führenden KI-Volkswirtschaften Europas gehören wird, ein Argument dafür sein, Investitionsentscheidungen lieber jetzt als später zu treffen.
Globale KI-Rankings · Ziele für 2030
Polens Entwicklung in drei Schlüsselindizes
Tortoise Global AI Index
Platz 36
↓
Top 10–20
Ziel für 2030
Government AI Readiness
Platz 34
↓
Top 10–20
Oxford Insights
Stanford HAI Vibrancy
Platz 24
↓
Top 10–20
Ziel für 2030
Zusammenfassung – warum in KI in Polen investieren?
Polens KI-Strategie bis 2030 ist ein praktischer Fahrplan mit messbaren Zielen, speziellen Finanzinstrumenten, einer wachsenden Infrastruktur und einem klareren Regulierungs- und Aufsichtssystem.
Polens wichtigste Vorteile für KI-Investoren
- Computing-Infrastruktur auf europäischem Niveau – KI-Fabriken, das PLGrid-Netzwerk und die Baltic AI GigaFactory
- Regulatorische Sandboxes – sicheres Testen von Innovationen ohne Sanktionsrisiko
- Freier Zugang zur Infrastruktur für KMU durch ein Gutscheinsystem
- Polnische Open-Source-Modelle, darunter PLLuM und Bielik – souveräne KI im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
- Finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe aus nationalen und EU-Fonds
- Ein klarerer regulatorischer Weg – Umsetzung des EU-Gesetzes über künstliche Intelligenz (AI Act) mit Instrumenten zur Unternehmensförderung
- Eine wachsende Basis an KI-Spezialisten – systemische Maßnahmen zur Bindung und Gewinnung von Talenten
- Einer der größten Märkte in Mittel- und Osteuropa mit dynamisch wachsender Nachfrage nach KI-Lösungen
Für Unternehmen, die KI-Investitionen in Polen in Betracht ziehen, ist die Richtung klar: Polen will nicht nur Nutzer künstlicher Intelligenz werden, sondern auch eines der europäischen Zentren, in denen KI-Lösungen entwickelt, getestet, reguliert und vermarktet werden.



